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Mirjam Zunser

01.01.1912 | Dresden – 20.10.1969 | München
Geigerin & Flötistin

Tanja Ury (geb. Zunser)

03.01.1907 | Dresden – 15.01.1988 | Lafayette USA
Pianistin

Mirjam – die jüngere der beiden Schwestern der Familie Zunser – entdeckte früh ihre Begabung für die Violine und erhielt Unterricht bei namhaften Lehrern – darunter Jan Dahmen von der Dresdner Staatskapelle sowie die Geiger Karl Flesch und Adolf Busch. 1929 setzte sie ihre Ausbildung in Leipzig fort, gefördert durch ein Stipendium aus Breslau und die Unterstützung ihrer Eltern. Mirjam studierte an der Hochschule für Musik – damals Landeskonservatorium – bei Prof. Walther Davisson, Geiger & Dirigent. Er war ihr Professor im Hauptfach. Leipzig – eines der wichtigsten Musikzentren jener Zeit – wurde damit zum prägenden Ort ihrer künstlerischen Entwicklung.

Trotz ihrer sehr großen Begabung und Angebote verhinderte der Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 öffentliche Konzerte von Mirjam. Künstlerische Auftritte blieben im NS-Staat auf jüdische Vereine beschränkt. So spielte sie 1933 u.a. im Weißen Saal des Zoos zugunsten eines israelitischen Kindergartens.

Im Collegium musicum jüdischer Musikliebhaber/-innen – das in Veranstaltungen des jüdischen Kulturbunds wirkte – wurde sie Konzertmeisterin. Weiter wirkte sie in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen mit – oft gemeinsam mit ihrer Schwester, der Pianistin Tanja Ury Zunser. In Leipzig konnte ein vielfältiges jüdisches kulturelles Leben bestehen bleiben – begründet im großen Zusammenhalt & in der Selbstbehauptungskraft der Beteiligten. In diesem Umfeld wurde Mirjam als Musikerin sehr geschätzt.

Am 5. Mai 1938 gab Mirjam ihr letztes Konzert in Leipzig, fand in England Exil – später in den USA. 1960 kehrte sie nach Leipzig zurück. An ihrer einstigen Studienstätte (heute: Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“) übernahm sie einen Lehrauftrag für Violine. Ein Jahr später jedoch – in politisch brisanter Zeit – verließ sie Leipzig erneut und ging nach Wien. „Hier verlieren sich die Spuren von Mirjam Zunser“ ist im Notenbogen Entdeckerpass zu jüdischen Musiker/-innen in Leipzig zu lesen. „Es ist nur bekannt, dass Mirjam Zunser sich acht Jahre später in München wahrscheinlich das Leben nahm.“