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Adrienne Osborne (geb. Auguste Eisbein)

02.12.1873 | Buffalo – 15.06.1951 | Zell am Ziller Opern-, Oratoriensängerin, Musikpädagogin

Adrienne Osborne; ihr Vater ist praktischer Arzt; zu ihrer Mutter sind in öffentlichen biografischen Quellen keine Daten überliefert. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Christine geht sie nach Leipzig – und bilden ihre Stimmen bei der damals bekannten Leipziger Gesangspädagogin („Gesangsmeisterin“) und Kammersängerin Auguste Götze aus. Die beiden Mädchen wohnen bei Henriette Goldschmidt, der Frauenrechtlerin und Witwe des liberalen Rabbiners Abraham Goldschmidt. Auf Anraten der Gesangslehrerin ändert Auguste Eisbein für eine Gesangskarriere ihren Geburtsnamen. So findet 1893 ihr Opern-Debüt am Leipziger Opernhaus unter dem Namen Adrienne Osborne statt. Sie singt die Titelrolle der Oper „Mignon“ von Ambroise Thomas.

Die junge Sängerin ist sofort nicht nur wegen ihres Gesangs, sondern auch wegen ihrer Anmut und Schönheit der Liebling des Publikums. Der Germanist Georg Witkowski berichtet in seinen Lebenserinnerungen, dass er sich als Student ernsthaft in sie verliebt hatte.

In Leipzig singt Adrienne Osborne vor allem Mezzosopran-Partien wie die Carmen und den Hänsel. Zugleich gab sie auch Konzerte als Lied- und Oratoriensängerin. Sie gastierte auf den Bühnen und Konzertsälen der großen Städte (Wien, Berlin, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Bremen) und ging auch auf Konzerttourneen nach Holland, England und den USA. 1899 gastierte sie bei den Bayreuther Festspielen – wo auch ihr Ehemann, der Wagnersänger Felix von Kraus, engagiert war. Das Paar hatte im gleichen Jahr geheiratet. 1903 wurde ihre Tochter Felicitas von Kraus geboren. 1905 widmete Max Reger der Sängerin zwei Lieder. Bis 1908 blieb die beliebte Sängerin in Leipzig im Engagement. Sie wohnte in der Leipziger Beethovenstr. 5, später Beethovenstr. 8. Im Jahr 1908 wechselte Adrienne mit ihrem Ehemann an die Münchner Hof-Oper, wo Felix von Kraus die musikalische Leitung übernahm.

Adrienne Osborne verlegte sich später auf den Gesangsunterricht. Die Familie zog in den Zwanzigerjahren nach Zell am Ziller in der Nähe von Innsbruck. Dort starb Felix von Kraus 1937, zwei Jahre später ihre Schwester Christine. Adrienne Osborne starb 1951 in Zell am Ziller. Ihre Tochter Dr. phil. Felicitas von Kraus lebte bis 1990 und wurde neben ihren Eltern beigesetzt. *) Neuere Studien stellen eine jüdische Herkunft in Frage.