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Philippine Wolff-Arndt

01.10.1849 | Frankfurt am Main – 04.06.1940 | Paris
Malerin

Philippine Arndt wurde als einziges Kind des Kaufmanns Siegmund Arndt und seiner Frau Bella, geborene Rödelheim, geboren. Sie besuchte die Höhere Töchterschule von 1865-1875 und dort den Zeichenunterricht der Malerin Carolin Zierfaß. Sie gehörte zu deren besten Schülerinnen. Frauen durften in Deutschland bis Anfang des 20. Jh. die staatlichen Akademien, Kunsthochschulen und Universitäten nicht besuchen. Daher waren die Bedenken der Eltern groß, als ihre Tochter richtig studieren wollte. Aber sie durfte ihre Kunst-Studien am Göbelschen Dameninstitut fortsetzen. Dieses nur kurze Jahr war für ihre künstlerische Entwicklung mit sehr ausschlaggebend. Nach Prüfung ihrer Arbeiten erhielt Philippine zudem eine Mitteilung vom Städelschen Institut, dass einer Aufnahme an diesem nichts im Wege stünde.

1880 heiratete sie den „begnadeten Cellisten“ Anton Heinrich-Wolff und zog zu ihm nach Leipzig. In Leipzig kamen auch ihre drei Kinder Constanze, Erich und Oscar zur Welt. Hier porträtierte sie zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten, wie die Frauenrechtlerin Henriette Goldschmidt.

Philippines größtes Interesse galt dem Porträt und den Menschen – die sie beim Arbeiten intensiv betrachtete. So lernte sie die soziale reale Lebenssituation von Bäuerinnen und anderen wenig wohlhabenden Menschen kennen. Dies bewirkte ihre Teilnahme an Tagungen des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) in Frankfurt: „Die dort gehaltenen Reden und Ansprachen hatten zündend bei mir eingeschlagen.“

1896 gründete sie zusammen mit der Malerin Charlotte Windscheid den Verein der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen in Leipzig. Prominente Künstler wie Max Klinger unterstützten den Künstlerinnenverein – und Max Klinger wie auch der Komponist Max Reger kannten und schätzten Philippine Wolff-Arndt und ihre Bilder. 1901 konnte sie den Direktor der Königlichen Akademie für Graphik und Buchgewerbe Max Seliger davon überzeugen, Frauen studieren zu lassen. So wurde durch ihr Wirken die Leipziger Kunsthochschule zur Vorreiterin des Frauenstudiums.

Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten emigrierten Philippine und ihre Tochter Constanze in die Schweiz, dann nach Frankreich. Zunächst wohnten sie in Versailles, später in Paris, wo Philippine Wolff-Arndt 1940 wahrscheinlich bei einem Bombenangriff ums Leben kam.