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Olga Costa (geb. Kostakowsky)

26.08.1913 | Leipzig – 28.06.1993 | Guanajuato, Mexiko
Malerin

Ihre Eltern Ana und Jankel Kostakowsky waren aufgrund antisemitischer Pogrome 1913 von Odessa nach Deutschland geflohen. Ihr Vater, angehender Komponist und Violinist, wollte in Leipzig sein Können vertiefen. 1914 zog die Familie nach Berlin. Dort arbeitete der Vater zeitweise für die UFA – unterstützte als überzeugter Sozialist die Münchner Räterepublik und wurde 1919 zum Tode verurteilt, aber nicht hingerichtet. 1925 gelang der Familie die Flucht nach Veracruz | Mexico.

Olga Costa besuchte hier eine deutsche Schule, nahm Musikunterricht – entschied sich später für die Kunst. Sie studierte an der Escuela Nacional de Artes Plásticas. Nach vier Monaten brach sie ihr Kunststudium ab; arbeitete autodidaktisch weiter und entwickelte eine eigenständige künstlerische Sprache. Wer vor ihren Bildern steht, sieht farbenprächtige Werke, eine Hommage an ihr neues Land Mexiko, die Menschen, die Landschaften und mexikanische Frauen. Grün, Rot und Weiß – die Farben Mexikos – ziehen sich durch ihre Bilder, in denen viele kleine Botschaften, Details und Signets stecken.

Ihr bekanntestes Werk dürfte das großformatige „La vendedora de frutas“ (Die Obstverkäuferin/1951) sein – eine indigene lächelnde Frau in Arbeitsschürze inmitten liebevoll aufgeschnittener Obstsorten. „Gleichzeitig ist sie eine selbstbewusste Frau, modern, berufstätig, sie steht nicht nur als Dekoration im Bild“ – sagte Aurelia Rager, 2022/23 kuratorische Volontärin im MdbK Leipzig.

Costa suchte den Kunstaustausch – u.a. mit Frida Kahlo. Ihre erste Einzelausstellung war 1945 in der Galería de Arte Mexicana. Ihr Glück – künstlerisch und privat – fand sie mit dem mexikanischen Maler José Chávez Morado. Die Ehe blieb kinderlos, das Paar gründete ein kleines Museum, lebte zurückgezogen auf dem Land. Es entstanden Landschaftsbilder, große Wandmosaike und immer wieder Szenen des Alltags aus dem mexikanischen Leben.

Bis heute wird sie als eine der wesentlichen Vertreterinnen der mexikanischen Moderne verehrt, gefeiert und vor allem in Deutschland gerade wiederentdeckt. Olga Costa wurde für ihre Kunst 1990 mit dem renommiertesten Preis Mexikos, dem Premio Nacional de Ciencias y Artes, ausgezeichnet. Die erste Einzelausstellung der Werke Olga Costas in Europa fand 2022/2023 in ihrer Geburtsstadt im Museum der bildenden Künste Leipzig statt.