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Sina Berlinski (geb. Goldfein)

27.08.1910 | Warschau – 21.02.2011 | Washington
Pianistin & Musikpädagogin

Sina Berlinski wuchs seit früher Kindheit in Leipzig auf. Die Familie lebte in der Sedanstraße (heute Feuerbachstraße) im Rosenthal-Viertel. Sinas große Leidenschaft: Singen und Musik. Weniger aus religiösen Gründen sondern wegen der Musik besuchte sie die Synagoge in der Keilstraße. Besonders die warme Baritonstimme des Kantors Hillel Schneider beeindruckte sie. An der Ephraim-Carlebach-Schule wurde ihr auffallendes Musik-Interesse von ihrem Musiklehrer Samuel Lampel gefördert. Die musikalische Atmosphäre Leipzigs prägte sie nachhaltig: Sie hörte begeistert den Thomanerchor und sang im Gewandhauschor, den Thomaskantor Karl Straube leitete. 1928 begann sie ein Klavierstudium am Leipziger Landeskonservatorium bei Robert Teichmüller – welches sie 1931 abschloss. Ihr Interesse galt der Liedbegleitung und Kammermusik – die für Sina im Studium viel zu wenig gelehrt wurden.

Nach ihrem Examen war Sina in musikalischen Gelegenheitsarbeiten tätig – ein berufliches Tun, welches mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten abrupt endeten. Ihr Freund Hermann Berlinski – ebenfalls Absolvent des Konservatoriums – verließ Leipzig bereits im März 1933 Richtung Polen; Sina folgte ihm 1934. Über Danzig flohen beide auf dem Seeweg nach Belgien, weiter in die Niederlande und schließlich nach Frankreich, wo sie in Paris heirateten. Beide nahmen ihre Studien wieder auf – aber mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Frankreich mussten sie wieder fliehen. Über die Pyrenäen nach Spanien; von Bilbao aus erreichten sie 1941 New York. Ihr Vater musste damals in Leipzig bleiben und wurde während der nationalsozialistischen Verfolgung nach Auschwitz deportiert.

In den USA mussten sie einen völlig neuen Lebensalltag bewältigen – der beide forderte, öfters an den Grenzen ihrer Kräfte. 1942 wurde ihr Sohn David geboren, der später als Mathematiker, Philosoph und Autor tätig war. 1963 zog die Familie nach Washington, D.C. Hier arbeitete Sina mit Sängerinnen & Sängern, entwickelte Interpretationskonzepte und unterrichtete an der Catholic University Pianistinnen und Pianisten – die sich auf Liedbegleitung & Korrepetition spezialisierten. Ihre Arbeit als Pädagogin knüpfte an jene musikalischen Prägungen & Erfahrungen an, die sie in ihrer Jugend in Leipzig erfahren hatte.

1981 kehrte Sina Berlinski gemeinsam mit ihrem Mann erstmals nach Leipzig zurück.

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